15. Juni 2024

Aufnahme neuer Mitglieder

Andrea Breth verfasste die Laudatio auf John Neumeier
Der Tänzer, Choreograph, Bühnenbildner, Kostümbildner und Lightdesigner, Direktor der durch ihn weltberühmten Ballett Compagnie, Initiator und Gründer des Hamburger Ballettzentrums, hat sein Leben einer Unbedingtheit der Kunst gewidmet, die schier unbeschreiblich ist.

Er studierte Literatur, Theaterwissenschaft, Tanz, Malerei, Zeichnung, ohne so richtig zu wissen, wohin es ihn führen würde. Ein Jesuitenpater bestärkte ihn, sich dem Tanz zu widmen, Tanz als Berufung zu verstehen. Er war der Erste, der mit seiner Compagnie zur sakralen Musik ein Ballett kreierte. Der Mensch in seiner Unsicherheit, seiner Verlorenheit in der Welt, findet zum Einssein mit anderen.

Matthäuspassion, Magnificat, das Requiem, Messias und das Weihnachtsoratorium. Niemals gibt er seine Arbeit dem Zeitgeist preis, immer beziehen sich seine Arbeiten mit traum-wandlerischer Sicherheit auf unsere Zeit, hoch ästhetisch, fein gewebt, jede menschliche Regung kann man finden, so intensiv wie nur der menschliche Körper es vermag. Seine Opern Inszenierung „Orpheus und Eurydike“, die Einbindung der Sänger in die Bewegungsabläufe der Tänzer, hebt die Oper in berührende Sphären, wie ich es selten in der Oper erlebt habe. Der Körper erzählt mehr, als Worte es zum Ausdruck bringen können.

Meisterlich erzählt er Geschichten der Weltliteratur, u.a. einen albtraumartigen Sommernachtstraum, Schwanensee aus der Sicht des bayerischen Königs Ludwigs, Anna Karenina, um nur wenige zu nennen, gleichermaßen sein Oeuvre der Auseinandersetzung mit Beethoven, Mahler, Schubert ... über 200 Werke hat er kreiert, aber in steter Treue zu seinem Hamburger Ensemble, das er führt und fordert.

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John Neumeier
15. Juni 2024

Aufnahme neuer Mitglieder

Peter von Matt verfasste die Laudatio auf Heinrich Detering
Heinrich Detering, Germanist und Komparatist, war bis vor kurzer Zeit noch Ordentlicher Professor an der Universität Göttingen. Er zählt zu den wissenschaftlich vielseitigsten Vertretern seines Faches.

Geboren 1959 in Neumünster, nicht weit von Kiel und Lübeck, akademisch geschult in Göttingen, Heidelberg und Odense, wirkte er von 1995 bis 2005 auf dem Lehrstuhl für Neuere Deutsche Literatur und Neuere Nordische Literaturen in Kiel. Seit 2005 hatte er den Lehrstuhl inne für Neuere Deutsche und Vergleichende Literaturwissenschaft in Göttingen.

Er wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Wissenschaftspreis der Landeshauptstadt Kiel (2007), dem Ehrendoktorat der Universität Aarhus (2008), dem Leibnizpreis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (2009), der Werner-Heisenberg-Medaille der Alexander von Humboldt-Stiftung (2011), dem dänischen Dannebrog-Orden (2013), der Thomas Mann Fellowship in Pacific Palisades (2018), dem Ehrendoktorat der Universität Tartu (2022). 

Charakteristisch für seine Forschungsarbeit ist einerseits seine Verbundenheit mit dem Kulturraum seiner Herkunft Schleswig-Holstein und Dänemark, andererseits seine leidenschaftliche Beschäftigung mit der klassischen deutschen Literatur des 17., 18. und 19. Jahrhunderts sowie der literarischen Moderne von den ersten Avantgarden bis zur aktuellsten Produktion. 

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Heinrich Detering
14. Juni 2024

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Mitglieder des Ordens Pour le mérite für Wissenschaften und Künste bei einem Abendessen in Schloss Bellevue mit einer Ansprache begrüßt.

Die Wissenschaften und Künste sind es, die uns ins Nachdenken bringen, zum Umsteuern bewegen

Sie alle haben den Großteil des heutigen Tages gemeinsam im Konzerthaus am Gendarmenmarkt verbracht, bei der jährlichen Frühjahrstagung des Ordens Pour le mérite. Und es ist Tradition, dass der Bundespräsident als Protektor des Ordens an dieser Sitzung teilnimmt, und es ist tatsächlich noch nicht so oft vorgekommen, dass der Stuhl des Protektors freigeblieben ist.

Heute allerdings ist ein solcher seltener Fall eingetreten, und das hat leider einen ernsten und traurigen Hintergrund. Ich bin erst am Freitag zurückgekommen aus Mannheim, nach Gesprächen mit den Angehörigen des ermordeten Polizisten und einer Gedenkfeier; am vergangenen Sonntag habe ich zum Gedenken an den ermordeten Walter Lübcke erinnert bei einer großen Veranstaltung in Kassel; jetzt eben vor einer Stunde bin ich aus Köln zurückgekommen, wo ich an der Gedenkfeier für Opfer eines rechtsextremistischen Terroranschlags in der Keupstraße teilgenommen habe. Das ist in der Tat schon zwanzig Jahre her, dass dort, mitten in einer Einkaufsstraße mit vielen türkischen Geschäften, eine Nagelbombe detonierte, die Terroristen des selbsternannten „Nationalsozialistischen Untergrunds“ vor einem Friseursalon deponiert hatten. 22 Menschen wurden damals verletzt, viele von ihnen auch schwer. Sie alle, aber auch Angehörige und Nachbarn leiden, das war heute sichtbar in den Gesprächen, bis heute unter den Folgen des Anschlags – so wie natürlich all jene, die um die zehn Menschen trauern, die von den NSU-Terroristen in ganz Deutschland ermordet wurden.

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Orden pour le mérite

das große Ordenszeichen

10. Juni 2024

Mitglieder des Ordens haben das Große Ordenszeichen verliehen bekommen

Andreas Amann, Fotografenmeister

Öffentliche Sitzung des Ordens im Konzerthaus Berlin am 9. Juni 2024
Der Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, der Ordenskanzler Hermann Parzinger und die Mitglieder, die das Große Ordenszeichen überreicht bekommen haben:  John Neumeier und Heinrich Detering

26. Mai 2024

Einladung zur Öffentlichen Sitzung des Ordens Pour le mérite am 9. Juni 2024 in Berlin

Im Jahr 2024 findet die Festveranstaltung des Ordens Pour le mérite für Wissenschaften und Künste am Sonntag, dem 9. Juni, um 16:00 Uhr im Konzerthaus am Gendarmenmarkt in Berlin statt. 

Unter dem Protektorat des Bundespräsidenten werden die neugewählten Mitglieder des Ordens, der Germanist HEINRICH DETERING und der US-amerikanische Tänzer und Choreograf JOHN NEUMEIER, feierlich in den Orden aufgenommen. Gewürdigt werden zudem die verstorbenen Ordensmitglieder ALBERT ESCHENMOSER, MARTIN WALSER, ROBERT SOLOW, NIKLAUS WIRTH, JAN ASSMANN, ARIBERT REIMANN und RICHARD SERRA.

In Verbindung mit der Neuaufnahme von John Neumeier in den Orden werden Ida Praetorius und Alexandr Trusch vom Hamburg Ballett John Neumeier das Stück Persistent Persuasion tanzen, im Anschluss an die Ordensüberreichung tanzt das Bundesjugendballett opus 67.

Anmeldungen für die kostenlose Teilnahme an der Veranstaltung bitte bis zum 6. Juni 2024. 

Für alle Anmeldungen ab dem 4. Juni wird die Einladung für Sie zur Abholung am 9. Juni im Konzerthaus hinterlegt und dient zusammen mit einem gültigen Ausweisdokument als Eintrittskarte.

Dunkler Anzug. Einlass ab 15:00 Uhr. Die Plätze sind bis 15:50 Uhr einzunehmen. 


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Orden Pour le mérite

Konzerthaus am Gendarmenmarkt Berlin

27. März 2024

Der Orden Pour le mérite trauert um
Richard Serra

Am 26. März 2024 verstarb im Alter von 85 Jahren der Bildhauer Richard Serra in New York. Serra wurde 2002 in den Orden Pour le mérite für Wissenschaften und Künste aufgenommen.

Kulturstaatsministerin Claudia Roth zum Tod von Richard Serra
„Mit Richard Serra ist gestern einer der bedeutendsten zeitgenössischen Künstler weltweit verstorben. Mit seinen Filmen sowie seinen zeichnerischen und druckgrafischen Werken begeisterte Serra vor allem mit seinen großformatigen, aufsehenerregenden Stahlkörpern seit vielen Jahrzehnten die Kunstwelt. 

Seine Stahlskulpturen, die auch den öffentlichen Raum deutscher Städte bereichern, zwingen die Betrachterinnen und Betrachter dazu, sich nicht nur optisch, sondern auch physisch mit ihnen auseinanderzusetzen. Was Serras Skulpturen für Menschen in aller Welt so faszinierend macht, ist das scheinbar Gegensätzliche, das sie in sich vereinen: sie scheinen zu stürzen und stehen doch stabil, sie sind massiv und tonnenschwer und wirken doch leichtfüßig und elegant. 

Für die internationale Anerkennung als Künstler stehen eindrucksvoll zahlreiche Auszeichnungen, die Serra zuteilwurden, darunter die Aufnahme in den Orden Pour le mérite für Wissenschaften und Künste und der Prinz-von-Asturien-Preis. Mit seinem eindrucksvollen Vermächtnis wird Richard Serra in unser aller Erinnerung bleiben.“


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Richard Serra
1938 - 2024
14. März 2024

Der Orden Pour le mérite trauert um
Aribert Reimann

Am 13. März 2024 verstarb im Alter von 88 Jahren der Komponist Aribert Reimann in Berlin. Reimann wurde 1993 in den Orden Pour le mérite für Wissenschaften und Künste aufgenommen.

Kulturstaatsministerin Claudia Roth zum Tod von Aribert Reimann
„Aribert Reimann gehörte nicht nur zu den meistgespielten, sondern auch zu den produktivsten Opernkomponisten unserer Zeit. Sein umfangreiches Oeuvre umfasste neben Opern auch wichtige Orchester- und Kammermusikwerke. Insbesondere die Vertonung literarischer Stoffe mit Bezügen zur Gegenwart begründete seinen einzigartigen Rang im zeitgenössischen Musikleben. Die von Aribert Reimann geschaffene Musiksprache zeichnet sich durch eine große Eindringlichkeit aus. Doch das ist sicher nur einer der Gründe für den großen Erfolg seiner Werke beim Publikum und bei den Kritikern. 

Für sein Schaffen wurde Aribert Reimann mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt, darunter auch die Aufnahme in den Orden Pour le mérite für Wissenschaften und Künste und zuletzt mit dem Musikautor*innenpreis. Seine Musik und sein Wirken werden wir in guter Erinnerung halten.“


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Aribert Reimann
1936 - 2024
20. Februar 2024

Der Orden Pour le mérite trauert um
Jan Assmann

Am 19. Februar 2024 verstarb im Alter von 85 Jahren der Ägyptologe Jan Assmann in Konstanz.  Assmann wurde 2020 in den Orden Pour le mérite für Wissenschaften und Künste aufgenommen.

Kulturstaatsministerin Claudia Roth zum Tod von Jan Assmann
„Jan Assmann war einer der führenden Ägyptologen unserer Zeit, der weit über sein eigenes Fachgebiet hinauswirkte und als herausragender Religions- und Kulturwissenschaftler galt. Großes Aufsehen erregte unter anderem sein Buch ‚Monotheismus und die Sprache der Gewalt‘, das sich mit der Entstehung der monotheistischen Weltreligionen Judentum, Christentum und Islam befasst. 

Gemeinsam mit seiner Frau prägte Jan Assmann die Theorie des kulturellen Gedächtnisses. Für seine wissenschaftliche Forschung wurde Jan Assmann mit zahlreichen Auszeichnungen wie dem Friedenspreis und der Aufnahme in den Orden Pour le mérite für Wissenschaften und Künste geehrt. Meine Gedanken sind bei seiner Frau und seinen Angehörigen.“


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Jan Assmann
1938 - 2024
29. April 2024
Peter Gülke
18. Juni 2024

Der Orden Pour le mérite gratuliert
Jürgen Habermas

Der Orden Pour le mérite gratuliert Jürgen Habermas zum 95. Geburtstag und wünscht alles Gute.

Jürgen Habermas wurde im Jahr 2022 in den Orden aufgenommen.


Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier würdigt Habermas: Sein Werk prägte politische Kultur
Einer der bedeutendsten Intellektuellen Deutschlands wird 95 Jahre alt. Das Werk des Philosophen Jürgen Habermas habe die Bundesrepublik verändert, so der Bundespräsident. Auch die Kulturstaatsministerin äußert sich.

Berlin (KNA) - Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat das Werk des Philosophen Jürgen Habermas als prägend für die politische Kultur in Deutschland gewürdigt. Habermas habe mit seiner Arbeit die Bundesrepublik in mehr als sieben Jahrzehnten "aufgeklärter, weltläufiger, europäischer und demokratischer" werden lassen, heißt es in einem am Montag veröffentlichten Schreiben Steinmeiers. Anlass ist der 95. Geburtstag des Philosophen an diesem Dienstag.

"Die Lehren aus dem Holocaust, die entschiedene Abkehr von Ideologien der Gewalt, die Überwindung des Nationalismus, die Verpflichtung unseres Staates auf die Würde eines jeden Menschen haben Ihr Werk geprägt", so das Staatsoberhaupt weiter. Mit der Kraft dieser Orientierung habe das Werk von Habermas wiederum die politische Kultur in Deutschland geprägt.

Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne) erklärte, dass Habermas der Debattenkultur immer wieder eine klare Richtung gegeben habe. "'Öffentlichkeit, Diskurs und Vernunft' – das ist die Trias, die sein Schaffen leitet." Mit seiner "philosophischen und akademischen Brillanz" sei Habermas stets für Meinungsfreiheit und Menschenrechte eingetreten und habe einen wichtigen Beitrag zur demokratischen Kultur der Verständigung in Deutschland und Europa geleistet.

Der "öffentliche Intellektuelle" Habermas lebt am Starnberger See. Geboren wurde er am 18. Juni 1929 in Düsseldorf. Er studierte Philosophie, Geschichte, Psychologie, Deutsche Literatur sowie Ökonomie in Göttingen, Zürich und Bonn.

Auf Einladung von Theodor W. Adorno begann er in den 1950er Jahren am Institut für Sozialforschung in Frankfurt am Main. Adorno bahnte ihm den Weg zur linken kritischen Gesellschaftstheorie der "Frankfurter Schule", deren Programm er weiterentwickelte. Habermas wollte Fundamente für eine der Demokratie verpflichtete Gesellschaftstheorie legen. Er verband die philosophische Analyse mit den modernen Sozialwissenschaften.


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Jürgen Habermas
10. Januar 2024

Der Orden Pour le mérite gedenkt
Eduardo Chillida Juantegui

Der Orden Pour le mérite gedenkt des 100. Geburtstages von Eduardo Chillida Juantegui .

Eduardo Chillida Juantegui wurde im Jahr 1987 in den Orden aufgenommen.


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Eduardo Chillida Juantegui
1924 - 2002