Otto Eduard Leopold Fürst von Bismarck

Reichskanzler

Geboren am 1. April 1815 in Schönhausen (Altmark)
Gestorben am 30. Juli 1898 in Friedrichsruh (bei Hamburg)

VITA

Nach juristischem Studium und Dienst als Regierungsreferendar schied Bismarck 1839 aus dem Staatsdienst aus, bewirtschaftete seine Familiengüter, war ehrenamtlicher Deichhauptmann und betrieb nebenher historische und staatswissenschaftliche Studien. Seine politische Laufbahn begann er als Parlamentarier. Als Redner der äußersten Rechten wurde er zur weithin wirkenden Figur, war preußischer Vertreter am Bundestag in Frankfurt (1851-59), Gesandter in Petersburg und Paris, bis ihn im Rahmen des preußischen Verfassungskonflikts Wilhelm I. am 8. Oktober 1862 zum Ministerpräsidenten und Minister des Auswärtigen berief. Für fast drei Jahrzehnte übernahm er nun die politische Führung Preußens und des Deutschen Reiches.

An den höchst bedeutsamen Ereignissen in dieser Zeit hatte Bismarck bestimmenden Anteil. Als erster Kanzler des kleindeutschen Reiches (1871) galt seine staatsmännische Bemühung der Stabilisierung des europäischen Mächtesystems und der innerdeutschen Gesellschaftsordnung.

Dem Politiker steht der Mann der Feder an Bedeutung kaum nach. Seine Briefe, seine diplomatischen Berichte, seine Denkschriften zeugen von dem Gedankenreichtum und der stilistischen Brillanz des Autors. Infolge grundsätzlichen Konflikts mit Wilhelm II. am 20. März 1890 aus dem Amt geschieden, verfaßte er seine Memoiren, als "Gedanken und Erinnerungen" 1898 in zwei Bänden veröffentlicht. Die Gesamtausgabe seiner "Werke" erschien in 14 Bänden (1924-35).

Aufnahme in den Orden 1896.